Verein Griechischer Wissenschaftler und Akademiker in Berlin
"Konstantinos Karatheodoris" e. V.

Der Verein


Gegründet wurde der "Verein Griechischer Wissenschaftler und Akademiker in Berlin Konstantinos Karatheodoris e. V." im Februar 2006 in Berlin, der Geburtsstadt des großen Mathematikers.

Mitglieder sind Akademiker aus Griechenland und dem Ausland.

Ziel des Vereins ist die Vorstellung der griechischen Kultur in all ihren Facetten.

Die Kombination von Patriotismus und kosmopolitischer Grundhaltung ist eines der Hauptanliegen im Rahmen der heutigen Globalisierung.


Konstantinos Karatheodoris / Constantin Carathéodory legte mit seinem Leben ein eindrucksvolles Zeugnis von der Möglichkeit des Erfolges einer solchen Kombination ab.


Für die Verwirklichung unserer Ziele organisieren wir

  • Vorträge
  • Präsentationen literarischer und naturwissenschaftlichen Werke
  • Literaturabende
  • Kunstveranstaltungen
  • Tanzabende

Wir würden uns besonders freuen, Sie bei einer unserer Veranstaltug begrüßen zu dürfen.


In seinem letzten Interview, welches Albert Einstein im Jahr 1995 einige Tage vor seinem Tode gewährte, beschloss er -möglicherweise als Zeichen seiner Anerkennung aus einer moralischen Verpflicthung heraus- den Fragekatalog seiner Gesprächspartner zu erweitern: "Meine Herren, Sie verlangten mir vielerlei Antworten auf Ihre Fragen ab, keiner aber fragte mich, wer mein Lehrer war, wer mir den Weg zu mathematischen Wissenschaft und Forschung zeigte und ebnete. Doch, um Sie nicht mit Einzelheiten zu ermüden, kann ich schlicht antworten, dass sich jener außergewönliche Grieche, Carathéodory, als mein Lehrer erwies. Ihm verdanke ich persönlich, die Mathematikwissenschaft, die Physik und die Weisheit unseres Jahrhunderts alles".


Dieser "außergewönliche Grieche" wurde am 13. September 1873 in Berlin geboren. Sein Vater, ein Phanariot, war dort als Diplomat des Osmanischen Reiches tätig, bis er zwei Jahre später zum Botschafter der Hohen Pforte im Brüssel ernannt wurde und sich daraufhin mit seiner Familie in Belgien niederließ. So ist Brüssel die Stadt, in der Konstantinos Karatheodoris / Constantin Carathéodory seine allgemeine Schulausbildung durchlief, sich in Folge an der Ecole Militaire de Belgique einschrieb und 1985 sein Studium mit einem Ingenieursdiplom erfolgreich beendete.


In den darauf folgenden Jahren arbeitete er als Bauingenieur auf Lesbos und in Ägypten. Im Jahre 1900 kehrte er nach Berlin zurück und nahm das Studium der Mathematik auf, welches er nach einem Wechsel zwei Jahre später an der Göttinger Universität weiterführte. Der Rhytmus seiner Studierweise war derartig rasant, dass er bereits während seines zehnten Semesters als Dozent anerkannt wurde. Im Anschluss verfolgte er die Bemühung, sich als Professor an die Athener Kadettenschule ("Evelpidon" Militärhochschule) versetzen zu lassen, doch sein Vorhaben blieb fruchtlos. Infolge der Ablehnung begann nun seine große universitäre Laufbahn in Ausland.


Auf seinem langen akademischen Weg hatte Karatheodoris / Carathéodory mehrere Lehrstühle inne, so an der Universitäten in Hannover, Breslau, Göttingen, Berlin und München. Des Weiteren lehrte er an verschiedenen anderen Hochschulen Europas und Amerikas. Sein Interesse an Griechenland verminderte sich indes nie; auf Bitten Venizelos übenhahm er 1920 die Verantwortung der Gründung einer Griechischen Universität in Smyrna. Als zwei Jahre später die Kleinasiatische Katastrophe hereinbrach, hatte Karatheodoris / Carathéodory bereits dafür Sorge getragen, das sämtliche Matterialen und wissenschaftliche Gerätsschaften des zum Scheitern verurteilten Instituts nach Athen gelangten. Mit unvergleichbarer Bereitschaft folgte er auch 1930 der Aufforderung, erneut von Venizelos, sich der Umstrukturierung der Athener Universität sowie der Gestaltung der Neugegründeten Universität in Thessaloniki anzunehmen. Konstantinos Karatheodoris / Constantin Carathéodory starb am 2. Februar 1950 in München.